-= Geschichte und Legenden =-



Kennocks Königsproklamation
Offizielle Anfechtung

der Rechtmäßigkeit des Titels und der Würde


dessen,
der als Eldalin IV.,
besser bekannt als Karas bal Kazar,
Ketzer, Nekromant und Mörder Tausender,
die Königswürde für sich reklamiert.


Weder hat dieserjenige den Thron als rechtmäßiger Erbe bestiegen, noch hat er die notwendigen Insignien der Königswürde erlangen können, noch ist er von den Geistern der Ahnen ordnungsgemäß gesalbt worden, noch hat der Verruchte die Unterstützung des Volkes von Falkenberg, welches gegen ihn rebelliert, noch den Segen der Götter, noch eine andere Legitimation, die Königswürde dieses Landes auszuüben.


Den Pflichten und Bräuchen des Landes folgend, beanspruche ich den Thron für mich persönlich und verkünde öffentlich und unter heiligstem Eide, daß ich mich einer wahrhaften Bestätigung durch das Volk Falkenbergs und die Geister der Ahnen unverzüglich nach dem Sieg gegen die Unterdrücker des Thronbesetzers stellen werde.


Ein Ketzer und Mörder darf nicht das Volke Falkenbergs führen!
Es lebe die Rebellion!

Kennock, rechtmäßiger König von Falkenberg
15.iv.999


Yasims Ende - eine Ballade aus Falkenberg
Schlurfend, kratzend, buckelnd, bebend
Seufzend sich aus dem Grabe erhebend
Was schamhaft gebunden an die Nacht
gezeugt durch des Meisters Gedankenmacht.

D
ein neues Leben spricht den Göttern Hohn
Drum schuldest Du mir diesen Fron.
Nur einen Dienst, dann bist Du frei:
Hol mir des Kaufmanns Tochter herbei.

Wage nicht, Dich an ihr zu vergehen,
Ich muß auf ihre Unschuld bestehen.
Bin ich meiner Zwecke dann an ihr satt,
Ich ihre Gebeine mit den Deinen bestatt‘.

Soll sie zu leider nicht fleischlichem Vergnügen
Als Buhle wohlig bei Dir liegen.

Schlurfend, kratzend, buckelnd, bebend
Streicht der Seelenlose durch die Gegend.
Einen einzigen Griff seiner Klaue nur
Und hinterläßt ihres Schreiens Spur.

Ei, mein Sohn, trefflich vollbracht,
Was Dein Meister Dir vorgedacht.

Warmer Strahl aus sanften Brüsten
Wird mich gegen das Altern rüsten.
Und das reine, junge Blut,
Gerät meinen Zaubern gut.

Doch als er gegen sie den Dolche hebt,
Ein letzter Seelenfunke die Brust durchbebt:
Auf, Du Verächter des Menschengeschlecht
Einzig der Tod wird Dir gerecht!

Deine Ende soll meine Sünde aufwiegen.
Du – Scheusal – sollst ewig bei mir liegen!

Und er reckt ruckend die Klauen,
Schlingt krampfend dem schwarzberobten Grauen-
Erfüllten um den Hals um dessen
Letzten Lebensfunken herauszupressen.

Unerschöpflich fährt er fort zu würgen
Seinen Erschöpfer, dem er sollte bürgen
Für das Leben. Entatmend. Entweichen.
Macht der Sohn den Vater zu seinesgleichen.

Und schlurfend, kratzend, buckelnd, bebend,
Ringend nach dem Grabe strebend,
Was schamhaft verborgen der Himmelsglut,
Nun in der dumpfen Tiefe ruht.

Gilas von Lautenschlag, Falkenberger Barde